Mein Traumjob!?

Zu Zielen und Zielerreichung habe ich schon geschrieben, aber wie finde ich überhaupt heraus, was ich will? Im beruflichen Bereich ist das in meiner Praxis eine der häufigsten Fragen: Wie finde ich meinen Traumjob? Welchen Beruf soll ich ausüben?

Passung!

Traumjob
Zum Traumjob!?

Das Wort „soll“ deutet gleich auf ein zentrale Herausforderung hin: Es gibt kein „sollen“ bei der Berufswahl, sondern nur ein „wollen“! Kein Beruf ist objektiv gut oder schlecht. Ein Beruf kann nur zu mir als Person besser oder weniger gut passen. Es geht also um eine Betrachtung meiner Person: was motiviert mich im Leben? Was mache ich gerne? Was kann ich gut? Mit welchen Menschen will ich Zeit verbringen? Wie soll mein Arbeitsplatz aussehen? Drinnen oder draußen? Arbeit mit Kopf oder Hand?

Erwartungen und Stereotype

Und dann gibt es da noch die Wünsche und Erwartungen der anderen: Eltern, Verwandte, Freunde, „die Gesellschaft“: Kindergärtner? Baggerfahrerin? Künstler? Banker? Jeder Mensch hat Kommentare im Ohr und Stereotypen im Gefühl. Sie können eine wichtige Erklärung dafür sein, warum wir in einem unbefriedigenden Job gelandet sind oder auch nicht recht spüren können, was wir eigentlich möchten. Mit diesen Vorstellungen sind oft Ängste verknüpft, die wir gemeinsam bearbeiten.

Psychologische Diagnostik

Für eine Berufsfindung greife ich meist auch auf psychologische Diagnostik zurück. Dabei schätze ich zwei wissenschaftlich entwickelte Verfahren:

  • das RIASEC-Modell von Holland ermittelt Interessen, Fähigkeiten und Kenntnisse in sechs beruflichen Bereichen und leitet daraus passende Berufsvorschläge ab
  • das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP) ergibt eine relative Einordnung der Persönlichkeit in 4 Bereichen (Berufliche Motivation, Arbeitsverhalten, Soziale Kompetenzen, Psychische Konstitution) mit insgesamt 14 Dimensionen (z.B. Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, Belastbarkeit etc.).

Verfahren, die einen Menschen einem bestimmten „Typen“ zuordnen (etwa der bekannte Myers-Briggs-Typenindikator MBTI oder auch das Enneagramm) und dann das gesamte (Berufs-)Leben aus diesem Typen heraus interpretieren, sind für mich unrealistisch und wenig hilfreich. Deshalb lege ich Wert auf Verfahren, die Auskunft über viele verschiedene Bereiche der Persönlichkeit geben. Sie sollen bei der gemeinsamen Interpretation der Ergebnisse zu neuen Entdeckungen und Erkenntnissen auf dem Weg zum Traumjob inspirieren.

Berufliche Biographie

Dann betrachten wir die individuelle Biographie: welche Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten habe ich erworben? Was kann ich eigentlich alles? Wann ging es mir in der Schule oder im Beruf so richtig gut? Was genau habe ich zu diesem Zeitpunkt gemacht? Daraus lässt sich dann eine Liste mit Prioritäten machen: wovon will ich zukünftig mehr, wovon will ich weniger erleben?

So langsam nähern wir uns also möglichen Berufen, das Besprechen von verschiedenen Optionen gibt zunehmend Klarheit in welche Richtung es gehen soll. Jede neue Erkenntnis („Nein, das mag ich auf keinen Fall“ oder „Ja, das könnte ich mir schon vorstellen“) ist hilfreich, denn der Prozess ist nicht einfach und das Gefühl, den richtigen Ort nicht zu finden, ist sehr belastend.

Traumjob!?

Der Ausgang einer solchen Berufsfindung ist offen. Die allermeisten sind danach zufriedener als vorher. Sei das Ergebnis ein konkreter Berufswunsch (den wir dann als SMARTes Ziel für die Realisierung fit machen), neue Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit oder auch eine gesteigerte Zufriedenheit mit dem jetzigen Job – am Ende erlebe ich viel persönliches Wachstum, weniger Ängste und mehr Freiheit im Umgang mit dem wichtigen Thema „Beruf“.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.